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06. / 07. Dezember 
Online-Veranstaltung

Fachtagung
Jugend und Rechtsextremismus

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Programm

Programm 06.12.

09:30 h
Einloggen

09:45 h
Begrüßung
Torsten Nagel
(Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus SH, AWO Landesverband SH e.V.)


Grußwort

Dr.in. Sabine Sütterlin-Waack
(Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung Schleswig-Holstein)


10:00 h
Akzeptierende Jugendarbeit und ihre Grenzen
Prof.in. Dr.in Melanie Groß                  (Professur für Erziehung und Bildung mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit, Fachhochschule Kiel)


10:45 h
Are the kids all-right? Are we? – Rechtsextremismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen​
Daniela Kost
(Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Itzehoe)


11:30 h
Was habe ich mit dem Thema zu tun? Kennenlernen und Identifikation von gemeinsamen Problemfeldern​

12:15 – 13:00 h
Mittagspause

13:00 – 15:00 h
Workshopphase

18:00 – 20:00 h
Podiumsdiskussion »In Bewegung kommen – was tun gegen Rechtsextremismus?«
Moderation:  Laura Villwock (Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus)
Podium: Ali Evdedurmaz (OKJA), Elke Hagenah (Omas gegen Rechts), Nathalie Kegel  (SJD Die Falken SH), Jenna Melzer (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur SH), Marius Sibbel (Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel, Aktion Kinder-und Jugendschutz SH e.V.), Emilia Wangrin (Studentin)



Programm 07.12.

08:45 h
Einloggen

09:00 h
Aktiv gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt- für ein friedliches, solidarisches und faires Miteinander!
Medi Kuhlemann

(Landeskoordination Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage in SH, Aktion Kinder- und Jugendschutz SH e.V.) 

09:30 h
Demokratiebildung in der OKJA – Demokratische Prozesse im pädagogischen Alltag der OKJA ermöglichen, leben und begleiten
Marcelle Scherer

(Projektmanagement in der OKJA, Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen der Landeshauptstadt Kiel)

10:15 – 12:15 h
Workshopphase

12:30 – 12:55 h
Welche Impulse nehme ich von der Fachtagung mit?

13:00 h​
Tagungsende

„Are the kids all-right? –

Jugend und Rechtsextremismus“

 

Auf der vom 05. – 07. Dezember mit mehreren Kooperationspartnern veranstalteten Fachtagung gehen wir mit Expert*innen aus Theorie und Praxis der Frage nach wie eine Rechtsextremismusprävention mit und für Jugendliche umgesetzt werden kann.


Hintergrund der Fachtagung sind u.a. die Ergebnisse der vom KPR/LDZ in Auftrag gegebenen Fortschreibung der „Regionalanalysen zu Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein“ (2019), die eine Zunahme von rechtsextremen Einstellungen bei den befragten Jugendlichen feststellten. Jugend ist immer ein gesellschaftlicher Spiegel. Die in der Studie deutlich gewordene Zustimmung deckt sich mit einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, in der menschenfeindliche Einstellungen sich tiefer in der Mitte der Gesellschaft verankern.

Die Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in SH haben in den letzten Jahren eine Zunahme von Beratungsanfragen aus Schulen mit einem rechtsextremen Fallhintergrund. Vor allem Anfragen, dass in Social Media, z.B. via »WhatsApp« Schüler*innen Gruppen NS verherrlichende, antisemitische und rassistische Inhalte geteilt werden, häuften sich. Vorkommnisse im öffentlichen Raum, wie im April 2019 als Jugendliche in Kappeln »Hitlers Geburtstag« feierten oder die Empfänglichkeit für rechtsextreme Agitation wie z.B. in Bad Segeberg bestätigen eine Problemlage. Menschenfeindliche und rechtsextreme Einstellungen sind nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch unter Jugendlichen verbreitet. Dadurch ergeben sich in der Arbeit mit Jugendlichen besondere Herausforderungen.

Die Fachtagung soll Impulse zur Rechtsextremismusprävention bei Jugendlichen setzen und dabei Jugendliche auch selbst zu Wort kommen lassen. Deshalb ist in die Fachtagung ein gemeinsam mit Jugendlichen organisiertes Jugendpanel integriert, welches in der JugendAkademie Bad Segeberg am 05.12. als Auftaktveranstaltung stattfindet.

Vom 06. bis 07.12. findet die zweitägige Onlinefachtagung statt.

Wie können Jugendliche für eine Rechtsextremismusprävention erreicht werden, wie kann eine Sensibilität für Antisemitismus und Rassismus geschaffen werden und welche Handlungsmöglichkeit gibt es für Jugendliche sich antirassistisch und antifaschistisch zu positionieren und engagieren und welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden?   Wie können Pädagog*innen und Menschen in der Jugendarbeit sensibilisiert werden Rechtsextremismus, Verschwörungsideologien, Antisemitismus und Rassismus zu erkennen und entsprechend zu handeln? Welche Formate müssen für die Präventionsarbeit mit Jugendlichen entwickelt werden?

Diesen Fragen wollen wir bei der Fachtagung mit Expert*innen aus Theorie und Praxis nachgehen.

Die Fachtagung richtet sich an politische Bildner*innen, Lehrer*innen, Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Soziolog*innen, Politikwissenschaftler*innen, Fachstellen, Studierende, Jugendliche und weitere Interessierte.

Hier können Sie das Programm zur Fachtagung herunterladen!

 

Workshops
06.12.

Workshop 1.1

Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft und der Renaissance von der „Ausländerpädagogik“

Referentin: Fidan Yiligin

(Dipl. Sozialpädagogin, Supervisorin und Autorin)

Es schien, als sei die „Ausländerpädagogik“ von der interkulturellen und der rassismuskritischen Pädagogik endlich  abgelöst worden zu sein. Mit dem dem stetigen Erstarken des „Rechtsruckes“ und damit in logischer Konsequenz, blüht die „Ausländerpädagogik“ jedoch wieder auf.


Bleibt somit die Frage, wie kann die pädagogische Arbeit der letzten 20 Jahre gewahrt werden und vor allem, wie kann sie weiter entwickelt werden? Wie wird es  möglich wieder die rassismuskritischen   Ansätze in die Diskurse zu integrieren und damit in die Arbeit mit Jugendlichen, die eine Migrationsgeschichte und oder eine Fluchterfahrung mitbringen und was brauchen wir dafür?

Workshop 1.3

„Ich war schon Patriot,
da gab’s noch kein Corona“ –Nationalismus und Rechtsrap 

Referentin: Anna Groß

(Sprach-, Musik- und Kulturwissenschaftlerin und Betreiberin des Labels Springstoff)

Rechte Akteur*innen nutzen Rapmusik, um für ihre Ideologien zu werben. Das Hauptanliegen der rechten Rapper*innen: Das Erreichen von jungen Menschen. Ihre Unterwanderung einer globalen Popkultur dient dem Zweck der Mobilisierung und Erreichbarkeit. Aber auch im Mainstream-Rap finden sich immer wieder nationalistische Töne: Cashmo findet, weiße Deutsche können gar nicht entspannt stolz auf ihr Land sein und wünscht sich die NS-Zeit endlich mal zur Seite schieben zu können. Blut&Kasse fragen sich, „wer ist ein Deutsch“ und Fler erträumt sich „echte Männer“. Wenn Rap-Texte sich darum drehen, dass Deutsche nur noch mit „gesenktem Kopf unterwegs“ seien, während andere Nationalitäten sich mit Stolz präsentieren, hat sich der rechte Sprech in Raptexten verhakt. Doch was genau bedeutet dies für die Jugendarbeit und den Umgang mit rechten Tönen in der Rapmusik? 

Workshop 1.2

Irgendwo in der Mitte. Zur politischen Mythologie des Extremismusbegriffs

Referent: Tom David Uhlig

(Psychologe, Autor und Mitherausgeber)

Der Extremismusbegriff ist ein alltagspraktisches, behördliches und akademisches Instrument, mit dem radikal linke und rechte Politiken vergleichbar gemacht werden soll. In dem Begriff transportiert sich das Hufeisenmodell, wonach die angeblichen politischen Ränder sich einander annähern. Diesen Rändern stellt der Extremismusbegriff eine gute Mitte gegenüber, in der es Ideologien wie Antisemitismus, Rassismus etc. nicht gäbe. Die Mitte behauptet eine Äquidistanz, also den gleichen Abstand zu den „politischen Extremen“, wodurch die Schnittmengen etwa zwischen Nationalkonservativen und völkischen Rechten ausgeblendet werden. Dabei ist die Wissenschaftlichkeit dieses Modells höchst fragwürdig. Es handelt sich um eine Interpretationsschablone, die so stark vereinfacht, dass sie verfälschend wirkt. Gebraucht wird sie, da sich die politische Mitte kaum positiv bestimmen lässt: Sie ist das was übrig bleibt, wenn man die Ränder abschneidet. Warum wird dieses Modell ständig bemüht, was ist daran so attraktiv? Warum sollen sich die angeblichen Ränder des politischen Hufeisens annähern? Woher kommt überhaupt dieses Modell? Diese Fragen sollen im Vortrag und anschließend mit dem Publikum diskutiert werden.

Workshop 1.4

How gender matters.

Sexismus und Antifeminismus im Kontext von rechten Orientierungen

Referentin: Dr.in Johanna Sigl

(Wiss. Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Mitgliedschaft beim Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus)

Der Workshop fragt nach der Bedeutung von geschlechtsbezogenen Abwertungen und Denkkonstrukten innerhalb rechtsextremer Ideologie und Praxis. Dafür werden, nach einer inhaltlichen Begriffsklärung, anhand von Beispielen Herausforderungen und Handlungsansätze in verschiedenen Feldern der pädagogischen Praxis vertieft und diskutiert. 

 

Workshops
07.12.

Workshop 2.1.

Antisemitismus in Schleswig-Holstein. Was tun?

Referenten: Joshua Vogel

(LIDA-SH) und Joshua Pannbacker (Jüdische Gemeinde Kiel e.V.)

Die Ergebnisse von bundes- und europaweit angelegten Studien Dokumentationsstellen wie RIAS-Berlin zeigen, dass sowohl Antisemitismus als mehrdimensionales Phänomen als auch antisemitische Gewalt in der deutschen Gesellschaft eine zunehmende Rolle spielt. Während im öffentlichen Diskurs einerseits auf einen vermeintlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle verwiesen wird, werden andererseits nur massive Angriffe wie der Terroranschlag auf die in Halle 2019 oder der Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Pinneberg im Jahr 2013 öffentlich wahrgenommen und berichtet.


Antisemitismus als alltägliches Phänomen manifestiert sich hingegen in Bild, Schrift, Wort und Tat hat dabei sowohl historische, gesellschaftliche Ursachen und psychologische Folgen.  


Der Workshop gibt einen Einblick zum aktuellen Ausmaß und Verbreitung antisemitischer Vorfälle in Schleswig-Holstein sowie momentan besonders virulente Erscheinungsformen des Antisemitismus. Danach wird den Fragen nach einer zielführenden Thematisierung von Antisemitismus in der pädagogischen Arbeit sowie dem adäquaten Umgang mit antisemitischen Vorfällen nachgegangen.

Workshop 2.3

Wie Rechtsextreme Games infiltrieren und was man dagegen tun kann

Referent*innen: Uli Tondorf

(Aktion Kinder-und Jugendschutz SH e.V.) und Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Flensburg

Games sind eine boomende Jugendkultur. Doch online kommen Jugendliche in großen Communitys zusammen, die kaum moderiert und begleitet werden. Das wissen auch Rechtsextreme und nutzen Games und social Media als Einfallstor für menschenfeindliche Ideologien. Sie vereinnahmen Jugendkultur, erstellen und verbreiten Memes und veröffentlichen sogar eigene Spiele. Wie man sie erkennt und wie man sich vor ihnen schützen kann, erarbeiten wir in diesem Workshop.

Workshop 2.2

Kein Platz für Nazis!

Referent*innen: Dr. Lasse von Bargen (Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel, Aktion Kinder-und Jugendschutz SH e.V.) und Jugendtreff Elmschenhagen

Der Workshop setzt sich mit rechtsextremen Raumergreifungs-und Aneignungsstrategien und wie man sich als Jugendclub positionieren und dagegen handeln kann auseinander. Nach einem kurzen Input zu rechtsextremen Raumergreifungs- und Aneignungsstrategien, schildert der Jugendclub Elmschenhagen als best practice Beispiel, wie er damit umgegangen ist, bzw. umgeht. Im Anschluss daran wird es eine Diskussion mit den Teilnehmer*innen geben und der Frage nachgegangen wie gegen rechtsextreme Raumergreifungs-und Aneignungsstrategien gehandelt werden kann. 

Workshop 2.4

LSBTIQ*-Feindlichkeit und rechte Gewalt

Referent*innen: Daniel Lembke

(Fachstelle Echte Vielfalt) und ZEBRA e.V.

Im Mittelpunkt des Workshops stehen neben der Sensibilisierung, Erkenntnisse aus Studien und Online-Befragungen zur Lebenssituation von LSBTIQ* und ihren Angehörigen in Schleswig-Holstein sowie zu gruppenspezifischen menschenfeindlichen Einstellungen, die auch bei Jugendlichen verbreitet sind. Vor dem Hintergrund von LSBTIQ*feindlichen Einstellungen und rechter Gewalt in SH diskutieren die Referent*innen die Erkenntnisse und stellen landesweite Unterstützungsstrukturen vor. Die Veranstaltung will auf das Problem LSBTIQ*feindlicher Angriffe aufmerksam machen und mithilfe von Beispielen aus der Praxis für die Perspektive der Betroffenen sensibilisieren. Das Onlineseminar wechselt zwischen einer audiovisuellen Präsentation und Diskussionsmethoden.

Anmeldung

Melden Sie sich hier kostenfrei
für die digitale Fachtagung
vom 06. / 07. Dezember 2021 an.

Veranstalter:

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In Kooperation mit:

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Gefördert von:

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